wA gewinnt LEW Cup 2018 in Schwabmünchen

Weisheiten bestätigen sich, in der Abwehr gewinnt man Titel

Am Ostermontag stand der LEW Cup auf dem Vorbereitungsplan der weiblichen A–Jugend. Aufgrund von Verletzungen, Osterferien / Urlaub oder DHB–Maßnahmen war der Kader doch sehr deutlich dezimiert und nur mit der Hilfe der B–Jugend, hier nochmal Danke an Gregor und seine Mädels, war man überhaupt in der Lage eine Mannschaft zu stellen. Auch die urlaubende Trainerin Rena schickte Ihren Sohn, der aktuell das A-Jugendteam mittrainiert, alleine auf die Bank … somit musste man abwarten, wie sich diese Wundertüte entwickelt.

Bereits im ersten Spiel zeigte sich ein neues Abwehr- und Angriffskonzept. In der Deckung setzte man den Gegner frühzeitig unter Druck und im Angriff war es am Anfang vor allem Michelle, die von den Auslösehandlungen und den sauber gesetzten Sperren von Maria profitierte. Insgesamt war der Start jedoch etwas holprig, was nicht ungewöhnlich ist, doch am Ende konnte man sich verdient gegen die Spielgemeinschaft der HT München mit 9 : 6 durchsetzen.

In Spiel Nummer zwei gegen Dietmannsried/Altusried war die Herangehensweise der Nagel-Truppe deutlich zu zaghaft. Im Angriff zu inkonsequent, schlechte Pässe, fallengelassene Bälle, halbherziges Deckungsverhalten und eine unglückliche Dani im Tor sorgten relativ früh … oder rechtzeitig … im Turnier für die verdiente 8 : 6 Niederlage. Einerseits könnte man das Ganze auf den zusammengewürfelten Haufen schieben, andererseits waren das Fehler, die jeder individuell ganz einfach vermeiden konnte. Somit war die Marschroute für Spiel drei sehr schnell klar … mehr Herz, mehr Hirn und vor allem, nicht jede für sich!

Gegen Friedberg war es eine 180°-Wende. Die Deckung agierte gemeinsam auf schnellen Beinen, man erkannte ein ordentliches Umschaltspiel, im Angriff 6:6 waren klare Auftaktbewegungen zu erkennen, Pässe kamen an und wurden vom Adressaten auch vernünftig verwertet und unsere Torhüterin fand langsam aber sicher ins Turnier … vielleicht auch motiviert von den männlichen, sehr extrovertierten Torhütern, von denen es ein paar sehr gute im Turnier gab. Dazu kamen die nachgereisten Fans unserer männlichen D–Jugend, die kräftig Stimmung machten. Das war Extraklasse Jungs!!! Somit war der Sieg gegen Friedberg mit 5 : 17 auch in der Höhe gerechtfertigt. Zudem half dieser hohe Sieg, und weil HT München im letzten Gruppenspiel die Mädels aus Dietmannsried besiegte, dass man in der Dreier-Konstellation mit je vier Punkten (HT München, Dietmannsried, Schleißheim) als Tabellenführer der Gruppe 2 in die Zwischenrunde starten konnte. Günzburg so lange wie möglich aus dem Weg gehen hieß die Devise.

Im Viertelfinale ging es dann gegen den Gastgeber. Das Team versuchte sich hier mit einer weiteren Deckungsvariante, wodurch es zwar wieder zu dem einen oder anderen Abspracheproblem in der Abwehr kam und man stellte zusätzlich den Angriff etwas um, trotz allem blieb man deutlich überlegen und konnte das Spiel mit 14 : 7 für sich entscheiden à Halbfinale!

Im Halbfinale wartete der Gegner aus Königsbrunn auf unsere wA/B und weil man in der Spielpause wieder Fehler deutlich besprach, standen in diesem Spiel beide Deckungsvarianten sattelfest gegen überforderte Königsbrunnerinnen. Michelle betonierte mit Jenni und Larissa den Mittelblock zu, Stella, Jasmina und Anda setzten alles unter Druck, was nur in Richtung Tor wollte und Leo ließ die Gegnerin am langen Arm verhungern. Anda zog Zug um Zug die Fäden erfolgreicher im Angriff, positionierte vor allem Maria am Kreis immer besser und die eigene Abschlussquote war hervorragend wohingegen Dani nahezu alles entschärfte, was noch in Richtung ihres Kastens kam. Ein 12 : 3 in einem Halbfinale spricht hierbei eine deutliche Sprache. Am schönsten war jedoch zu sehen, dass sich ausnahmslos jede Spielerin einbrachte und die Vorgaben von der Bank immer besser umsetzten.

Im Finale kam es dann zum befürchteten Show-Down, man kannte sich ja bereits aus der Bayernligasaison 17/18, mit Günzburg. Der Nachwuchs aus Günzburg konnte die Saison jedoch deutlich erfolgreicher gestalten, als die eigene Mannschaft. Auch wenn der VfL, genau wie der TSV, nicht mit dem vollen Kader antrat, zog der Gegner mit mehr als blütenreiner Weste ins Finale ein, führte die Torstatistik an und war im Grunde der klare Favorit auf den Turniersieg! Zu stark schienen der Rückraum und die Angriffsvariante mit dem siebten Feldspieler, die der gegnerische Trainer auf dem Weg ins Finale mehrfach erfolgreich vorführte. Vorführen lassen wollte man sich jedoch nicht und so versammelte der Schleissheimer Trainer, direkt nach gewonnenem Halbfinale, die Mannschaft in der „Brotzeitecke“ und zückte das Taktikboard. Auch wenn Hr. Hoeneß nichts davon hält, es sollte sich an diesem Tag bewehren. Eine Manndeckung auf die bis dahin bärenstarke Alena Harder und zwei hoch deckende Außenspielerinnen zwangen nun drei gegnerische Akteure ihre Kreativität zu beweisen. Im Grunde war klar, dass man auch eine Sina Schütte nicht gänzlich ausschalten konnte, aber der Plan ging insgesamt auf. Selbst die siebte Feldspielerinnen half nur bedingt gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Mittelblock. Hier halfen wohl die klaren Worte des Trainers, „Gegen sieben hilft nur eins … BEWEGT EUERN ARSCH UND PACKT ZU!“. Sina Schütte scheiterte immer wieder an Larissa und Michelle, denen der Körperkontakt immer mehr Spaß zu machen schien und die die Tür sprichwörtlich vor der Nase zuknallten. Die Anspiele an den KM wurden unsauber und Dani im Tor nahm Wurf um Wurf von außen einfach weg. Im Angriff behielt man die Nerven, spielte die Maßnahmen sauber aus und kam immer wieder frei zum Wurf. Dass man sich das Glück sprichwörtlich auch erarbeiten kann, zeigten das Kullertor von Leo und das Tor von Larissa, das Schritte – technisch wohl nicht mehr ganz im Reglement war. Der Rest resultierte aus der guten Deckung und Jenni ballerte sich weiter zum internen Torschützenkönig, auch aufgrund ihrer einwandfreien Quote vom 7m–Punkt! Am Ende stand ein doch überraschend klarer 8 : 13 Erfolg auf der Anzeigentafel und somit war man wohl absolut verdient …

Turniersieger!

Fazit:

Es war deutlich zu erkennen, wie man sich Schritt für Schritt steigerte und der Erfolg tut sicherlich gut, wie heißt es jedoch so schön, „nichts ist älter als der Erfolg von gestern“. So wird man in zwei Wochen wieder von vorne anfangen müssen und schauen wie weit die Mädels gekommen sind. In der ersten Qualirunde zur JBL wartet nämlich nicht nur ein Großkaliber, sondern deren fünf! Die Spannung steigt und vielleicht kann man ja nochmal für eine Überraschung sorgen.

Ein besonderer Dank gilt Kerstin Kattner für die Organisation, Sophia, die trotz Verletzung mitgereist ist, der männlichen D Jugend und allen Eltern, die ihre Kids so tatkräftig unterstützt haben.

Es spielten: Dani Straninger im Tor, Jenni Köbrich, Michelle Köbrich, Leonie Kattner, Maria Koller, Stella Schulze, Jamina Reiner, Larissa Schellenberg, Anda Mayer; verletzt auf der Bank: Sophia Dölger